So, nun bin ich schon fast einen Monat in Ecuador, besser gesagt in Quito, der Hauptstadt des Landes. Das Ankommen am Flughafen war schon das erste spannende Erlebnis. Wir vier schweizer Mädchen wussten nicht so genau, wo wir auf den Abholservice warten sollten.

 

Als er endlich kam, wie könnte es auch anders sein,

sprach der ältere sehr liebenswürdige Mann, kein Englisch. Kaum waren wir die ersten 10 Minuten am Autofahren, gab es auch schon das erste Problem. Der ältere Mann bemerkte komische Geräusche bei seinem Auto und wie durch Zauberhand hielt ein anderes Auto hinter uns. In diesem Auto befand sich ein Mann mittleren Alters, der behauptete, er wäre der Sohn des älteren Mannes und dass wir jetzt alle Koffer umdeponieren sollten und zu ihm ins Auto steigen sollten.

 

Was wir auch taten. Zu unserem Glück, sagte der Mann die Wahrheit. Die Fahrt war für uns sehr interessant, da die Ecuadorianer nicht allzu viel von den Verkehrsregeln halten. Sei es nun rechts überholen, oder die Polizei ignorieren, so wie auch das Tempolimit. Die Fahrt dauerte ca. eine Stunde bis zu dem Ort, an dem unser Einführungscamp stattfinden sollte. Der Anblick war atemberaubend, denn man muss zuerst zu der Stadt hinauffahren. Sprich, man schaut in die Berge hinauf und sieht überall eine Grossstadt aufblitzen. Das Camp befand sich in einem gesicherten Arial mit Securitas. Wir waren die zweiten, die im Camp eintrafen. Die erste Person war jemand von Finnland mit dem Namen Veera.

 

Veera ist eine ganz liebreizende Person, die zu meinen absolut liebsten Personen unterdessen hier gehören. Veera ist eine der Personen, die man sofort ins Herz schliesst. Äusserst offen, lustig und schert sich nicht darum, was andere denken und immer für ein Abenteuer offen. Ich und eine andere Schweizerin (Xenia) kamen mit ihr in das gleiche Appartment. In der Nacht kamen dann auch die ersten Deutschen hinzu. Um ehrlich zu sein, wimmelte es quasi in dem Camp nur so von Deutschen. Gesamthaft waren es ca. 30 Deutsche die über ein Förderprogramm des Deutschen Staates hierhingekommen sind, ein Inder (Mahim), der allerdings über die Britische Tochterorganisation hier ist, da er in UK studiert. Drei Mädchen aus Dänemark, ein Mädchen aus den USA, ein Mädchen aus Österreich und halt wir vier von der Schweiz. In dem Camp behandelten wir vor allem Sachen, die wir auch schon in den Vorbereitungscamps durchgenommen hatten.

Wie z.B. uns die Leute hier betrachten, auf was wir aufpassen sollten, interkulturelles Lernen, etc. Auch unternahmen wir am ersten Tag nach unserer Ankunft schon unseren ersten kleinen Ausflug, zur Visumregistrierung. Dazu teilten wir uns in drei unterschiedliche Gruppen auf. Nun erlebten wir unsere erste Busfahrt.

 

Die Busfahrten hier sind sehr… unterschiedlich.

Was das nun genau heisst? Die Busse sind alte importierte Buse, die meisten aus Deutschland. Und zwar sehr alte. Die Abgase werden bei diesen Bussen nicht gefiltert und die ganze Stadt riecht nach Abgasen. Auch setzt sich der Feinstaub überall ab, so dass z.B. ein weisser Gartentisch schon innerhalb weniger Stunden wieder eine feine Schmutzschicht aufweist. Dadurch fällt auch das Atmen deutlich schwerer als normalerweise, abgesehen von der extremen Höhe natürlich, in der wir nun leben.

 

Die Busse halten sich wie auch die Autos nicht an die Verkehrsregeln. Was das Ganze zu einem ziemlich abenteuerlichen Erlebnis macht. Auch sind die Buse meistens extrem überfüllt, so dass man von Glück sprechen kann, wenn man einen Sitzplatz erwischt. Auch bleiben die Türen oft offen während der Fahrt, entweder zum ‘durchlüften’ oder einfach, weil der Busfahrer die Türe vergessen hat. Im zweiten Fall allerdings kann man immer noch nach vorne rufen, dass der Busfahrer doch bitte die Türen schliessen soll.

 

Es gibt zwar Busse mit festen Routen, allerdings existieren keine Fahrpläne. Ausserdem kann man auch meistens zwischen den Stationen aussteigen. Entweder ruft man dazwischen ‘Gracias’ oder, wenn man Glück hat, hat der Bus einen Stoppknopf. Auch seien die Busfahrten meist gefährlich, da die Busfahrer oft Doppelschichten unternehmen oder/und anscheinend oft unter Alkoholeinfluss & Drogeneinfluss sind. Wovon ich bis jetzt allerdings noch nichts gemerkt, gesehen, oder gerochen habe, zum Glück!

 

Die Registrierung des Visums war… Nun ja, es ging sehr einfach, allerdings waren die Wartezeiten extrem, da die Leute hier alles mit Gelassenheit nehmen. Ausser natürlich das Autofahren.

Auch das Wetter ist nicht ganz so, wie man es sich vorstellt. Zwar heisst es, dass es durchschnittlich 25° seien, was sich allerdings in dieser Höhe überhaupt nicht so anfühlt. Tatsächlich braucht man unbedingt eine Kopfbedeckung, da man sonst der Gefahr läuft, einen ziemlich üblen Sonnenstich zu bekommen und auch Sonnencreme ist notwendig! Egal ob man schnell einen Sonnenbrand bekommt oder nicht! Das Problem hier ist, dass die Sonne in dieser Höhe halt einfach viel intensiver ist.

Noch so ein anderes Thema hier ist das Leitungswasser. Man könnte ja meinen, dass man hier strahlend, klares, reines Andenwasser bekommt, dies ist allerdings überhaupt nicht so. Das Wasser wird hier sicher einmal mit Chlor versetzt, wer weiss, was sonst noch so dort drinnen ist. Doch der Chlorgeruch ist einfach überall. Was auch Auswirkungen auf die Haare und die Mundpflege hat. Meine Haare zum Beispiel wollen keine schönen Locken mehr wie früher bilden und auch mein Zahnfleisch fühlt sich nun nach diesem ersten Monat ein bisschen angegriffen an.

 

Nach der ersten Woche in unserem Einführungscamp, wurden wir von unseren Gasteltern abgeholt. Dafür mussten wir eine Präsentation über unser Heimatland halten. Xenia und ich waren bis zu diesem Zeitpunkt sehr nervös, da wir im Gegensatz zu den meisten anderen nur immer sehr kurzen Antworten erhielten und nicht so recht wussten, in was für eine Familie wir kamen. Doch zu unserem Glück kamen wir in eine ganz liebreizende, offen, lustige und gute Familie rein, die uns mit offenen Armen begrüssten.

Kurz zu unserer Gastfamilie: Die Familie besteht aus Vater, Mutter, drei Töchtern und einen Sohn. Der Vater ist Kolumbianer und die Mutter ist von Ecuador. Die älteste Tochter wohnt mit ihrem Freund zusammen in einem Appartment und Sohn, der auch zu gleich der Jüngste ist, ist mit VASE nun für ein Jahr nach Deutschland gegangen. Die anderen beiden Töchter wohnen noch zu Hause und sind in unserem Alter.

 

Nach einem ereignisvollen Wochenende, in dem wir ca. schon über 20 Freunde von unseren Gastschwestern kennenlernten, begannen wir auch schon mit unserem Spanisch intensiv Kurs...

 

 

 

Mehr folgt in Kürze...