Am Sonntag, dem 04.09.16 war ich zusammen mit Veera bei den Papallacta’s. Die Papallacta’s sind heisse Quellen ausserhalb von Quito, Richtung Banos. Schon der Weg dorthin erwies sich als ziemlich speziell. Zunächst sagte uns der Busfahrer die falsche Haltestelle um umsteigen (was hier öfters vorkommt), dann erlebten wir die erste Schlägerei auf offener Strasse. Der Ticketverkäufer prügelte sich aus irgendeinem Grund mit einem der Bus/Strassenverkäufer. Hier ist es normal, dass die Leute in den Bussen Essen und anderes Zeug verkaufen.

Freundlicherweise begleitete uns ein älterer Herr zur richtigen Bushaltestelle (auch das passiert hier öfter). 

 

Bei der Bushaltestelle durften wir dann ziemlich lange warten, da die Busse nicht mit den Haltestellen angeschrieben sind, sondern die Ticketverkäufer nur schreien in welche Richtung der Bus jeweils fährt. Oder man muss halt nachfragen, wenn sie es nicht schreien. Auf jeden Fall war die Busfahrt einfach nur Zauberhaft. Da die Papallacta ca auf 3’500m Höhe liegen, fuhr der Bus weiter rauf in die Anden. Je weiter man aus Quito rausfährt, desto grüner wird die Landschaft und man kann endlich wieder frei atmen. Auch fahren keine normalen Buse Langstrecken, sondern alte importierte Cars, was eigentlich so richtig angenehm ist. Ich glaube, ich bin noch nie in meinem Leben so bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren.

 

 

Das Schönste an der Busfahrt war wohl, als wir auf einmal einen kleinen See erblickten. Der Anblick war einfach atemberaubend und ich fühlte mich ab diesem Moment wirklich wieder zu Hause. Was ich bis dahin wohl am meisten vermisste, aber nicht realisierte, war Wasser. Sei es nun ein Fluss oder ein See.  Denn Wasser hat auf mich einfach eine sehr beruhigende Wirkung. In diesem Moment fühlte ich mich wirklich wie zu Hause.

Als wir bei der Busstation ankamen, hätten wir eigentlich ein Taxi nehmen sollen, da die Papallacta ca 3.6km entfernt waren und das erste Stück ziemlich hinaufging. Für Veera und mich war das so zusagen die erste Wandererfahrung in Ecuador.

 

Vielleicht hätten wir für die Hinfahrt besser ein Taxi genommen. Denn wir hatten beide ziemlich Mühe mit der Höhe und es gab natürlich keine Trottoirs. Wir leideten beide unter extremen Herzrasen und bei mir war der Kreislauf sowieso nicht gerade so top, da ich vor kurzem noch krank war. Später am Abend hatte ich sogar ein bisschen Nasenbluten. Doch das ist ganz normal, wenn man in solchen Höhen schnell hinauf und hinab steigt.

 

Die Papallacta an sich waren ganz in Ordnung. Abgesehen davon, dass es zu viele Einheimische hat und das Wasser genau einmal am Tag im späten Nachmittag gewechselt wird. Wir kamen natürlich genau zu der Zeit, als das Wasser am schmutzigsten war. Und ganz ehrlich. Es war wirklich eklig. Wenn man zu den Papallacta geht am besten am frühen Morgen oder am späten Nachmittag, nach dem Wasserwechsel. Allerdings sind die Papallatca dafür bekannt, dass sie nach 16.00 Uhr nicht mehr so sicher sind. Auf jeden Fall planten Veera und ich noch einmal am Abend hinzugehen, allerdings mit unseren Gastschwestern und ihren Freunden. Was auch um einiges sicherer war.

 

Das Wasser war zu der Zeit, als wir dort waren, in den meisten Becken so schmutzig, dass man abgestorbene Hautfetzen, Haare, etc darin herumschwimmen sah. Auch ist es halt einfach so, dass wenn man als ‘Hellhäutiger’ Mensch oder halt einfach anderst artiger Mensch dort hingeht, dass man von allen Seiten einfach von jedem einzelnen Menschen dumm angestarrt wird.

 

 

Aus hygienischen Gründen und wegen dem Anstarren verbrachten wir schliesslich auch nicht viel Zeit dort.

 

Beim Retourfahren mit dem Bu, erwischten wir sogar noch einen alten Car mit Fernseher. Wir konnten also im ‘Bus’, im offiziellen Verkehrsmittel noch einen Film während der Fahrt anschauen und schön unsere dick gepolsterten Sessel nach hinten verstellen.

 

 

Das nenne ich einmal Komfort in einem öffentlichen Verkehrsmittel!