Krank sein…

 

 

 

 

Ich war jetzt fast den ganzen Dezembermonat durchgehend krank. Hier in Ecuador läuft es folgendermassen ab, wenn man krank ist.

 

 

 

- Man geht zum Arzt, wo man die Besprechungsgebühr sofort bezahlen muss. Der Preis dafür beträgt zwischen 20-80$.

 

- Wenn man zum Beispiel eine Spritze braucht, der der Arzt sofort braucht, wird man mit einem Arztrezept zur nächsten Apotheke geschickt. Dort kauft man gleich alles direkt vor Ort.

 

- Dann muss man wieder zurückkehren und der Arzt kann dir, das Medikament verabreichen.

 

 

 

Wieso sie nicht alles vor Ort gelagert haben wie wir, weiss ich allerdings auch nicht.

 

 

Medikamente sind hier nicht teuer. Ein paar Schmerzmittel und z.B. Hustensaft, bekommt man hier schon für ca. 6$.

 

 

Wenn du allerdings Bluttest machen musst, oder eine Urinprobe im Labor untersuchen lassen musst, sieht es folgendermassen aus:

Man muss in ein extra Labor gehen und dort die Tests vor Ort bezahlen. Ich habe etwa für vier Tests 75$ ausgegeben. Zudem muss man dann die Resultate auch selbständig wieder abholen gehen.

 

 

Und nach dem ganzen musst du wieder einen Termin beim Doktor vereinbaren, damit der Doktor dir sagen kann, was genau nicht gut bei dir ist. Was natürlich wieder die Doktorgebühren mit einschliesst und dann noch eventuelle Arztkosten.

 

 

Das Ganze kann ziemlich lange dauern. Am besten ist auch, wenn man einen Dolmetscher dabeihat. In meinem Fall zum Beispiel hiess es bis jetzt auch jedes Mal, dass der Arzt entweder deutsch oder englisch spricht. Was allerdings nicht der Fall war. Einmal hatte ich eine Ärztin, bei der hiess es sie könne deutsch sprechen und schreiben. Fehlanzeige! Ihr Vater konnte deutsch sprechen und schreiben….

 

 

Ja zum Arzt gehen hier, kann ziemlich langwierig sein und auch nerven. Allerdings gibt es hier noch ein ganz anderes Problem durch, dass ich nur per Zufall erfahren habe:

 

 

Eine Mitvoluntärin hat eine Tante, die in Finnland Ärztin ist. Als sie das erste Mal krank war und Antibiotika bekommen hat, hat sie ihr geschrieben, um zu schauen, ob sie wirklich Antibiotika braucht und auch um mehr über die Antibiotika zu erfahren. Wie sich herausstellte, ist das Antibiotika das sie verschrieben bekommen hat, bei uns in Europa schon seit Jahren nicht mehr zugelassen.

Im allgemeinem, sind hier sehr viele Medikamente gang und gebe, die bei uns als Gesundheitsgefährdend bekannt sind und schon seit Jahren nicht mehr zugelassen sind.

 

 

Ich habe zum Beispiel nur eine Niere und darf aus diesem Grund nicht alle Medikamente einnehmen. Ich hatte das einmal ausdrücklich erwähnt und mir wurde versichert, diese Medikamente seien für mich geeignet. Da ich aber nach dem Vorfall mit der Mitvoluntärin sehr verunsichert war, bat ich meine Mutter, dass sie vorher bei unserem Hausarzt nachfragt.

Und tatsächlich, eines der Medikamente wäre ganz und gar nicht gut für meine Niere gewesen!

 

 

 

 

Nun aber bitte keine Panik schieben!

 

 

 

Am besten ist es, wenn ihr vorher mit eurem Hausarzt sprecht, so dass er bei Fragen zu erreichen ist. Wenn ihr zum Beispiel Gesundheitliche Probleme so wie ich habt. Die schon vor der Reise vorhanden waren, empfehle ich ein Schreiben eures Arztes sicher auf Englisch.

 

Oder auch wenn ihr wisst, dass ihr sicher irgendwelche Tests machen müsst, aber lieber nicht hier zum Arzt gehen möchtet, könnt ihr (wenn ihr wisst was für Tests) direkt ins Labor gehen und alles eurem Hausarzt oder Spezialisten zusenden.

 

 

 

 

 

 

Wie schon gesagt: hier krank sein, kann sehr nervig sein. Allerdings könnte es viel schlimmer sein.