Mindo

 

Der erste Wochenendtrip den ich unternahm, war mit Xenia, Mahim und Veera. Wir beschlossen zusammen nach Mindo zu gehen. Mindo ist circa 2 Stunden von uns entfernt. Der Trip begann schon einmal gut. Wir verpassten den letzten Bus nach Mindo. Also beschlossen wir zusammen ein Taxi zu nehmen. Das Taxi kostete gesamthaft 45$ Was für jeden von uns ein bisschen mehr als 11$ machte. Was für uns völlig akzeptabel war, obwohl die Busfahrt nur cerca 3$ gekostet hätte. Am Schluss waren wir jedoch sehr froh ein Taxi genommen zu haben. Denn an dem besagten Freitag regnete es sehr stark. So stark, dass man kaum 5 Meter in die Ferne sehen konnte. Die Strasse nach Mindo ist auch ausserdem sehr schmal, kurvig und dicht befahren.

 

Wer sich den Bericht über die Busfahrten durchgelesen hat, kann sich auch etwa vorstellen, das eine Busfahrt bei einer solchen Strecke mit solchen Bedingungen nicht gerade ratsam gewesen wäre.

 

Wir hatten uns zwei Zimmer bei einem Hostel reserviert mit dem Namen Hostel Cecilia. Als Wir in Mindo ankamen waren wir zunächst ein bisschen verloren. Denn der Taxifahrer hatte uns nicht wie abgemacht vor das Hostel gebracht, sondern irgendwo in der Altstadt abgesetzt. Zudem fand gerade noch in Mindo ein Fest statt. So das wir auf gut Deutsch gesagt ein Bisschen verloren waren. Auf einmal kam ein Mann aus heiterem Himmel und fragte uns, ob wir das Hostel Cecila suchten. Verwirrt bejahten wir die Antwort und folgten ihm trotz bedenken. Mir war wohl am unwohlsten dabei, da ich mich an ein paar Geschichten erinnerten, wieso andere Touristen in eine Diebesfalle gelaufen waren. Allerdings stellte sich am Ende heraus, dass es sich um den Besitzer der Hosteleria handelte. Das Hostel bestand aus mehreren, voneinander unabhängigen Häuser, die Abseits lagen. Die Landschaft sah eher so aus wie in einem Gebiet kurz vor einem Dschungel. Zu dem befand sich auch gleich neben dem ‘Frühstücksraum’ ein kleines Bächlein. Der Frühstückraum war im Freien und überdacht, es sah sehr hübsch und gemütlich aus. Bei der Anmeldung musste sich jeder von uns in ein Buch eintragen, in dem Jeder seinen Namen, Nationalität und Passportnummer eintragen musste. Das bemerkennswerte an dem Hostel war, dass dort nur Traveler und Voluntärs übernachteten. So lernten wir die verschiedensten Menschen kennen. Z.B. Jemand aus Südafrika, der nach seinem 17 Lebensjahr nach Kanada zog und einen Britischen Pass besitzt. Auch ein Paar aus Israel, Deutsche, Österreicher, und und und.

 

An unserem ersten Abend lernten wir andere Voluntärs aus Deutschland kennen, mit dennen wir spontan das ganze Wochenende verbrachten. Der Hostelbesitzer half uns mit der Planung und war auch zugleich unser Taxifahrer. Das ‘Taxi’ war eigentlich ein Pick-Up mit einer Sitzbank. Doch wir bevorzugten es zu stehen während den Fahrten. Nach dem uns eine entgegend kommende Touristen, in einem anderm Pick-Up-Taxi uns signalisiert hatte, dass stehen viel mehr Spass macht. Und sie hatte absolut recht. Den ersten Ausflug den wir unternahem, war der Besuch bei der Mariposa Farm -> Schmetterlingsfarm. Die Farm ist zwar sehr schön, jedoch auch äusserst klein. Direkt danach gingen wir zum Wild-Rifting. Was sich allerdings als gar nicht wild herausstellte. Allerdings war es sehr entspannend und die Aussicht war wunderschön.

Eigentlich planten wir direkt danach noch ein bisschen zu Wandern. Das Ziel sollten fünf Wasserfälle sein, die sich über dem Nebelwald in einem ‘normalen’ Wald befand.

 

Allerdings waren unsere Kleider nach dem Rafting bis aufs äusserste durchnässt. Aus irgendeinem Grund hatten wir nicht daran gedacht, zu unserem Pech. Die meisten von uns trugen nämlich schon ihre Wandersachen und hatten keine Zweitsachen zum Wandern mit. So mussten wir nach dem Rafting zunächst zum Hostel zurückgehen.

 

Als wir zu den Wasserfällen liefen, bemerkten wir irgendwann einmal, dass wir in die ‘falsche’ Richtung gelaufen waren. Nun ja, ganz so falsch war sie nicht, denn das Ende war auch hier ein Wasserfall. Allerdings nur ein Wasserfall. Da wir schon fast am Ziel angelangt waren, beschlossen wir weiter zu laufen. Mir persönlich gefiel der Wasserfall sehr. Es war sehr still und sehr schön. Ausserdem waren nur noch zwei andere Leute anwesend, die allerdings nach einer kurzen Zeit wieder gingen. So traf es sich, dass wir den ganzen Wasserfall für uns alleine hatten. Was ich persönlich bevorzuge, da ich es nicht mag, wenn sich zu viele Touristen an einem Ort befinden.

 

Als wir zurückkehrten erfuhren wir am Schluss, dass wir ausversehen zum grössten Wasserfall gegangen waren. Der Wasserfall war zwar sehr schön, allerdings nicht gerade all zu gross. Daher waren wir am Ende sehr froh, dass wir den ‘falschen’ Weg gegangen waren.

Nach dem Wandern gingen wir in ein Café das berühmt für seine heisse Schokolade ist. Mahim, Veera und ich entschieden uns für eine spezielle Schokolade mit Tequilla und Chilli. Nun ja… Die Schokolade war nicht gerade die beste, dafür waren wir danach alle ein bisschen Beschipst. Den Abend verbrachten wir bummelnd in der Stadt. Die anderen gingen relativ früh ins Bett. Nur Mahim und ich blieben noch auf und trafen äusserst liebenswürdige Traveler mit denen wir bis heute noch in Kontakt stehen. Der Abend ging für uns relativ lang. Wir gingen erst circa um 3.30 Uhr ins Bett.

 

Und den Wecker mussten wir schon auf die 07.00 Uhr stellen. Am Morgen danach merkte man genau, wer noch alles länger wachgeblieben war. Wir hatten alle das gleiche müde Gesicht und die gleiche ‘ich schlafe gleich ein’ Körperhaltung.

 

An unserem letzten Tag gingen wir noch in den Nebelwald. Besser gesagt, dass Stück wo für Touris zugelassen ist. Zu dem Abschnitt gehört noch ein Haus, in dem der Förstner wohnt. Der Waldabschnitt war relativ klein, was uns nicht so begeisterte. Allerdings wurde uns am Ende noch heisser, frischer Limonengrass Tee serviert, der einfach nur köstlich war. Den Tee nahmen wir auf der Terrasse des Hauses ein, von der aus man noch Kolibris beobachten konnten. Die Atmosphäre war einfach nur wundervoll und ich würde wirklich absolut jedem der nach Ecuador geht einen Ausflug nach Mindo empfehlen. Besonders zu diesem Nebelwald abschnitt:

 

Mindo Lindo.