Die Zeit während des Sprachkurses war sehr lustig. Ich war in der Basic – Klasse. Die Klasse war zu Anfang sehr gross, bis sich die Anzahl auf eine kleine Gruppe verringerte. Zwei der Däninnen, vier Deutsche, der Inder und mit mir zwei Schweizerinnen waren am Schluss noch vorhanden. Mit Recht darf ich wohl behaupten, dass wir die lustigste Klasse überhaupt waren. Die ganze Zeit drangen aus unserem Klassenzimmer lauste Lachgeräusche. Der Kurs an sich war eigentlich ganz gut. Das Einzige, das ein bisschen verwirrend war, war dass sich der ganze Aufbau als ein bisschen unstrukturiert aufwies. Allerdings hatten wir eine ganz grossartige Lehrerin, die die richtige Mischung aus Humor und Strenge aufwies. Sie war sogar so gut, dass wir am Ende der zwei Wochen beschlossenen, bei ihr in Zukunft noch Privatlektionen zu nehmen. Mit ‘wir’ meine ich gewisse Leute aus dem Basic-Level, die während dem nächsten halben Jahr in Quito bleiben werden. Also Mahim der Inder, Nina und Solvej aus Dänemarkt, Viktoria aus Deutschland und ich. Allerdings müssen wir zuerst noch schauen, wann wir am besten während einer normalen Arbeitswoche Zeit haben werden.

 

Das beste nach dem Sprachkurs allerdings war, dass wir meistens noch mit den anderen Volontärs in der Stadt blieben und immer in kleinen unterschiedlichen Gruppen etwas Essen gingen. Einer der speziellsten Tage war wohl der allererste Tag. Denn an diesem Tag redeten Xenia und ich noch darüber, dass wir sicher noch einen Monat warten würden, bevor wir das erste Mal ein Taxi nehmen würden. Ihr fragt euch nun vielleicht wieso? Der Grund hierfür war, dass ums Taxifahren als Ausländer ein ziemlich grosses Drama gemacht wird. Unter anderem wurde uns erzählt, dass es bis vor kurzem noch oft so genannte ‘Entführungen’ gab, bei denen die Taxiinsassen dazu gezwungen wurden, bei einem Bankautomaten alles Geld von ihrem Konto abzuheben und noch ganz andere Stories. Auch wurden wir ausdrücklich von nicht offiziellen Taxis gewarnt. In Quito fahren viele Privatfahrer herum, die zwar eine günstigere Fahrt anbieten, jedoch auch dem entsprechend gefährlicher sein könnten.

 

Auf jeden Fall redeten wir noch am Morgen lachend darüber, da bei unserer Bushaltestelle etliche Taxis anhielten und darauf warteten, dass wir wohl einsteigen würden. So wie es halt normale Touristen machen. Ein normaler Autofahrer hielt sogar an und hielt ein Kartonschild in die Höhe, auf dem Taxi stand. Was übrigens hier keine Seltenheit ist. Auf jeden Fall erfuhren wir später in der Sprachschule von einer guten Kollegin, dass ihr ganzes Portemonnaie am Wochenende gestohlen wurde während eines ‘Familienausfluges’. Nach dem Mittagessen gingen wir mit ihr und jemanden aus dem VASE Team zur Polizei um das Portemonnaie und den Inhalt als gestohlen zu melden. Die Karten hatte sie zwar gleich sperren lassen, allerdings erfuhren wir von einem VASE Mitglied, dass es hier schon alleine mit einer ID möglich sei sich ein Haus, Auto, etc. zu kaufen.

Wir fuhren also mit besagtem VASE Mitglied zur Polizei. Wohlgemerkt wir wurden von Strassenpolizisten zu dem ‘richtigen’ Posten verwiesen. Doch sobald wir uns dort befanden, stellte sich heraus, dass es sich um den falschen Posten handelte. Genervt von dem ganzen Prozedere, beschlossen wir ein Taxi zum richtigen Posten zu nehmen.

Das war an diesem Tag das erste Mal, dass wir ein Taxi nahmen. Allerdings mit einem Einheimischen, was uns eigentlich sehr sicher erschien. Bei einem offiziellen Taxi muss man auf folgendes achten: Ein grünes, offizielles Nummernschild auf der Seite, so wie auch einen roten Alarmbutton, so wie auch Überwachungskameras innerhalb des Taxis.

 

Als wir endlich beim richtigen Polizeiposten ankamen, war es schon relativ spät und unsere Kollegin musste zuerst noch das Anmeldeformular im kleinen Supermarket nebendran kaufen (fragt mich bitte nicht nach dem Sinn). Als wir jedoch alle beschlossen  nach Hause zu gehen, fanden Xenia und ich nicht die richtige Bushaltestelle um zurückzufahren. Zu allem Überfluss hatten sowohl Xenia als auch ich keinen Akku mehr auf dem Handy mehr. Es war irgendwann einmal ca am Mittag gestorben. Da wir nach dem ganzen Hin und Her am Nachmittag schon ziemlich ausgepowert waren und nur noch nach Hause wollten, da wir Angst hatten, dass sich unsere Gasteltern sehr grosse Sorgen machen, beschlossen wir kurzer Hand ein weiteres Taxi zu nehmen. Wir hielten also ein offizielles Taxi an, überprüften ob es einen Notfall Knopf hatte, so wie auch die Überwachungskameras und nannten dem Taxifahrer das einzige Ziel das wir in unserer Gegend wussten. Das grosse Einkaufszentrum ‘El Bosque’.

 

DasLlustige ist, dass die meisten Taxifahrer zwar sowieso nicht mit einer richtigen Adresse anfangen können, aber sie wollen trotzdem immer die ‘richtige’ Adresse wissen. Was zum Teil dann auch ziemlich nervig werden kann, da hier so ziemlich niemand eine richtige Adresse sagt/weiss. In dem Fall bestehen Xenia und ich immer darauf, dass sie uns bis zur Shoppingmall fahren sollen und navigieren ihn dann schliesslich zur unserer Haustür. Was vielleicht nicht einmal das Dümmste ist, falls der Taxifahrer dann doch noch eine ‘Entführung’ geplant hat. So kann er wenigstens niemanden vorrauschicken wo uns dann am Endziel abfangen wird.

 

Auch ist es ratsam, wenn man den schnellsten Weg vielleicht schon einmal kennt. Denn die meisten Taxifahrer fahren extra kleine Umwege um die Touristen abzocken zu können. Wenn ich hier von abzocken spreche, dann handelt es sich hier höchsten um 5$ mehr. Eine normale Taxifahrt von ca 20 min kostet einen höchstens mal 5$. Wo es natürlich noch auf den Strassenverkehr darauf ankommt, denn das Taximeter läuft während einem Stau weiter. Was allerdings überhaupt nicht tragisch ist. Eben für uns sind das so genannte Spottpreise.

Wir sind zum Glück heil angekommen und unsere Gasteltern hatten sich zum Glück auch keine Sorgen gemacht.

Seitdem nahmen wir noch ab und zu das Taxi, weil es halt einfach so spottbillig ist und man am Abend generell keine Bussfahrten mehr unternehmen sollte.

Das Lustige an der ganzen Sache war, dass wir noch später am Abend darüber witzelten, dass wir aber auch nur offizielle Taxis nehmen würden in Zukunft.

 

Von wegen kaum ein paar Tage später waren wir zur Abschiedsfeier von dem Gastbruder einer unserer Volontärinnen eingeladen worden. Er wir das nächste Jahr, genauso wie unser Gastbruder, in Deutschland verbringen. Eigentlich wollten wir direkt mit unserem Gastbruder dort hinfahren. Allerdings war er an diesem Abend noch zu zwei anderen Abschiedspartys eingeladen und traf uns erst später bei der Party an, auf welche auch Xenia und ich gegangen waren. Da wir nicht so recht wussten wie die Taxitelefonnummern hier so sind, fragten wir einmal bei unserer Gastfamilie nach. Die Gastmutter bestellte für uns ein Taxi und stellte mit Schrecken fest, dass es kein offizielles Taxi war. Das Taxi hatte statt der üblichen Radiokonsole nur einen kleinen Fernseher. Worüber wir zwei nur den Kopf schütteln konnten. Denn jeder kann sich vorstellen, wie ein schweizer Polizist hierdrauf reagieren würde…

 

Leider wurde unsere Panik am Anfang nicht gerade geschmälert, da der Taxifahrer keine Ahnung hatte, wo sich die ihm genannte Adresse genau befand. Zu allem Überfluss wollte dann auch noch unsere Gastmutter, dass wir unserer Kollegin anrufen und nachfragen. Allerdings hatten wir die falsche Nummer abgespeichert und sassen schon im Taxi. Schliesslich konnte unsere Gastmutter dem Taxifahrer irgendwie begreiflich machen, wo er hinzufahren hatte und auf dem Weg riefen wir noch einer anderen Kollegin an, zum Nachfragen, ob sie schon bei der Party sei und um ihr unser ‘kleines Problem’ begreiflich zu machen. Also, dass wir auf gut deutsch keine Ahnung hatten, ob wir auf dem richtigen Weg seien. Allerdings kamen wir zum Glück an unser richtiges Ziel. Auch wenn wir während der Taxifahrt ein bisschen planlos waren und ehrlich gesagt auch ein bisschen Angst hatten. Natürlich nach dieser ganzen Angstmacherei die wir hatte. Sogar die Freunde von unseren Gastschwestern warnten uns davor, niemals alleine Taxi zu fahren und nur in offiziellen Taxis.

 

 

 

Also noch einmal für alle Zukünftigen Volontärs. Touristen, etc. die zukünftig nach Ecuador kommen werden und in Quito sein werden, das wichtigste beim Taxifahren:

 

 

 

-          Wenn ihr auf Nummer sicher gehen wollt, nehmt ein offizielles Taxi

-          Die offiziellen Taxis haben ein grünes Nummern Erkennungsschild auf der Seite

-          Sie besitzen innen einen roten Alarm Knopf

-          Sie besitzen innen auch noch zwei kleine Überwachungskameras

-          Wenn ihr auf Nummer sicher gehen wollt, macht ein Fake (oder echtes Telefonat) in dem ihr jemanden auf Spanisch durchgibt, dass alles gut sei und dass ihr ca dann und dann zu Hause seid und das ihr in einem offiziellen Taxi unterwegs seid

-          Wenn ihr kein offizielles Taxi nehmt, schaut, dass ihr niemals alleine im Taxi seid (was ich persönlich allgemein nicht so empfehlen würde)

-          Schaut, ob eure Gasteltern vielleicht einen ‘Familientaxifahrer’ hat. Also ein Taxifahrer ihres Vertrauens. Dem dürft ihr dann auch gerne so 50 Cent Trinkgeld oder so geben

-          Oder schaut, wenn ihr kein offizielles Taxi nehmt, vielleicht eure Gasteltern, Geschwister mit dem Taxifahrer spricht. Damit er sieht, dass ihr hier in einer Familie lebt und es auch jemand gibt, den ihn/sie gesehen hat.